Nein, dezent ist anders. Der Rolls-Royce Phantom Drophead protzt mit schierer Größe und erstickt so schon jeden Ansatz von britischem Understatement im Keim. Mit dem „Drophead“ fällt man einfach auf – mehr noch als in jedem anderen Rolls-Royce. Der Wagen ist einfach eine optische Wucht.
Der Rolls-Royce Drophead – endlich mal ein Auto mit Vollausstattung
Wir meckern ja ständig über die Aufpreislisten der Autohersteller. Rolls-Royce – und der „Drophead“ im Speziellen – seien hier explizit davon ausgenommen. An diesem Wagen ist alles dran, was man braucht: Leder, Automatik, Navigations- und High-End-Audio-System etc. Sogar Schirme für Fahrer und Beifahrer werden mitgeliefert, fein säuberlich verstaut in einem eigenen Fach mit Trocknungsmechanismus. Wir sind very amused. Aber auch für einen „Drophead“ gibt es eine Aufpreisliste, Rolls-Royce nennt sie allerdings „Personalisation“.
Eine Motorhaube kostet so viel wie ein Mini
Auf Wunsch wird der „Drophead“ mit einer Motorhaube aus poliertem Edelstahl geliefert – kostet etwa 20.000 Euro. Für noch mal etwa 9.000 Euro kann man zusätzlich die Abdeckung für das Verdeck mit Teakholz belegen lassen – auf dass das Auto nicht nur der Größe wegen die Bezeichnung „Schiff“ auch wirklich verdient. Und auch auf Wunsch wird ein maßgeschneiderter Picknickkorb mitgeliefert. Kostet auch noch mal 15.000 Euro, aber wenigstens sind die Kristallgläser schon mit dabei.
Der „Drophead“ ist eigentlich ein Anachronismus
Ein Auto wie aus einer anderen Zeit: groß, schwer, und mit einer Platzausnutzung gesegnet, die jeder Beschreibung spottet. Fast alles an diesem Wagen wird von Hand gemacht – Motor, Elektronik und ein paar weitere Dinge werden von BMW zugekauft. Der 12-Zylinder-Motor würde – how shocking – den Wagen in unter 6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, aber auch dann wäre von ihm wohl nur ein leicht indigniertes Knurren zu vernehmen. Aber das will man eigentlich alles gar nicht wissen, viel lieber vergräbt man die Füße in den dicken Teppichen und greift in das Rolls-Royce-typische Lenkrad: groß wie eine Familienpizza und dünn wie ein Deutschländer Würstchen.
Wie sollte der „Drophead“-Fahrer sein?
Erstens: reich. Zweitens: groß. Unter 1.80 m Größe sieht man in diesem Auto im besten Fall verloren aus, im zweitbesten witzig, meistens aber lächerlich. Und er – oder natürlich auch sie – sollte mit einem gesunden Selbstbewusstsein gesegnet sein, denn mit diesem Auto zieht man die Blicke magisch an. Vorzugsweise bewegt man sich mit diesem Auto auch nicht in der Stadt und schon gar nicht sucht man damit Parkplätze. Bei dieser Länge und fast zwei Metern Breite sind einem missglückte Parkversuche und entsprechende Lacher sicher. Fahren Sie besser beim Hotel oder im Club einfach vor und lassen Sie parken.

